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Birkenstock Geschichte

Die heute in Vettelschoß ansässige Firma Birkenstock Orthopädie GmbH kann auf eine über 230jährige Geschichte mit einigen innovativen Entwicklungen und Erfindungen zurückblicken.

Die Gründungzeit

Im Jahr 1774 wurde der Firmengründer Johann Adam Birkenstock in das Kirchenregister der Stadt Langenberg in Hessen als Schuhmacher eingetragen. Zu seiner Zeit hatten orthopädische Erkenntnisse noch keinen Einzug in die Kunst der Schuhfertigung gehalten. Vielmehr beschränkte sich das Schuhmacherhandwerk auf die Produktion stabilen Schuhwerks, das kaum auf die Bedürfnisse der Füße zugeschnitten war. Doch Johann Adam Birkenstock gab sein fundiertes handwerkliches Wissen an die nachfolgenden Generationen weiter.

Die Erfindung des Fußbetts

1896 entwickelte Konrad Birkenstock die erste Schuheinlage mit Fußbett und legte damit den Grundstein für die moderne Schuhherstellung nach orthopädischen Gesichtpunkten. Konrad Birkenstock, der zu seiner Zeit ein kleines Unternehmen leitete, das in einigen Schuhläden mit angegliederten Werkstätten noch in Handarbeit fertigte, setzte sich persönlich stark für die Vermarktung der Fußbetten ein.

Er reiste quer durch Deutschland und nach Österreich, um Verträge mit Schuhmanufakturen über die Produktion seiner Einlagen auszuhandeln. Dabei hatte er einige Überzeugungsarbeit zu leisten, denn im späten 19. Jahrhundert war die Bedeutung bequemer und gesunder Schuhen für die Fußstellung und die gesamte Körperhaltung noch nicht im allgemeinen Bewusstsein verankert.
In den folgenden Jahren arbeitete er unermüdlich weiter an der Perfektionierung der Einlagen und hatte 1902 die bahnbrechende Idee, Einlagen der gewölbten Form der Fußsohlen anzupassen.

Der Beginn der industriellen Fertigung

Während des ersten Weltkriegs war Konrad Birkenstock bereits so geschätzt, dass er mit zahlreichen Aufträgen für orthopädische Schuhe für Kriegsversehrte betraut wurde und sich in diesem Zusammenhang auch in der medizinischen Fachwelt einen Namen machen konnte. Der Absatz der Einlagen verlief derweil so erfolgreich, dass Birkenstock 1925 die industrielle Schuhproduktion aufnehmen konnte und die erste Produktionsstätte in Friedberg eröffnete. In diesem Jahr wurden bereits Birkenstock-Schuhe in 11 Ländern Europas vertrieben.

Zwischenzeitlich waren auch Carl Birkenstock und Konrad Birkenstock junior im Unternehmen tätig geworden und traten in die Fußstapfen Konrad seniors, indem sie die orthopädische Forschung und Entwicklung weiter vorantrieben. Ihre Veröffentlichungen wie “Fußorthopädie System Birkenstock” von 1947 fanden große Anerkennung in medizinischen Kreisen und trugen zur Popularität der Firma bei.

Die Umstellung auf Sandalen

Mit dem Eintritt Karl Birkenstocks in den 50erJahren begann die Entwicklung der bekannten Birkenstock-Sandale, während die Firma bis dato auf geschlossene Schuhe spezialisiert war. Die Sandale zeichnet sich bis heute durch ihr lederbezogenes exakt dem Fuß nachgebildetes Korkfußbett und die vorn sehr breite Form aus, die den Zehen bestmögliche Bewegungsfreiheit lässt.

Die ersten Sandalen aus dem Jahr 1964 hatten angesichts der damaligen Mode jedoch gewisse Startschwierigkeiten, die bis in die späten 70er Jahre anhielten. Die optisch nicht besonders ansprechenden Modelle waren überwiegend in braunem Leder gehalten und wurden zunächst nur als Berufskleidung in Arztpraxen und Krankenhäusern geschätzt.

Die heutige Produktpalette

Um die Sandale neben High-Heels und den Plateauschuhen der Hippie-Ära zu etablieren, musste die Firma Birkenstock ihre Modelle optisch ansprechender und abwechslungsreicher gestalten.
In den frühen 70ern wurden Klassiker wie “Rio” und “Florida” in blau entwickelt, die bis heute gefragt sind. Schließlich wurde die vorne geschlossene Sandale Ende der 70er Jahre zum Kultschuh, der nicht mehr nur bei der Arbeit, sondern in Schulen, Universitäten, Kneipen und auf den Straßen zu sehen war.

Seitdem sind immer neue Modelle in vielen Farben und Mustern hinzugekommen. Ein besonderer Erfolg gelang in den 80er Jahren mit der Rückbesinnung auf die altägyptische Schuhmode. Mit den modernen oft silber- oder goldfarbenen Modellen “Ramses” und “Gizeh”, die mit Zehensteg gearbeitet sind, ist schließlich die perfekte Verbindung aus Gesundheitsschuh und Modeartikel geglückt.

Heute ist die Firma Birkenstock mit über 250 Modellen weltweit in mehr als 80 Ländern am Markt vertreten.

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